Zum Inhalt springen
Hautpflege in den Wechseljahren: Trockenheit, Falten & Unreinheiten und warum die Hautbarriere jetzt wichtig ist

Hautpflege in den Wechseljahren: Trockenheit, Falten & Unreinheiten und warum die Hautbarriere jetzt wichtig ist

Oft schreiben uns Kundinnen, dass sich ihre Haut in den Wechseljahren plötzlich komplett verändert. Die Haut wird trockener und empfindlicher, Falten oder Pigmentflecken werden sichtbarer und gleichzeitig treten auf einmal wieder Pickel oder eine öligere Haut auf. Selbst Pflegeprodukte, die jahrelang problemlos funktioniert haben, werden plötzlich nicht mehr vertragen.

Doch warum verändert sich die Haut in den Wechseljahren so stark? Was haben Östrogen und andere Hormone damit zu tun? Und wie sollte sich die Hautpflege an die neuen Bedürfnisse anpassen?

Die Ursache liegt vor allem in der hormonellen Umstellung. Insbesondere der sinkende Östrogenspiegel beeinflusst die Feuchtigkeitsversorgung, Kollagenbildung, Hautbarriere und Regeneration unserer Haut. In diesem Beitrag erfährst du, was während der Wechseljahre in der Haut passiert und worauf es bei deiner Hautpflege jetzt wirklich ankommt.



Was verändert sich in den Wechseljahren?

Die Wechseljahre sind eine natürliche Phase im Leben jeder Frau, in der sich der Hormonhaushalt verändert. Die Eierstöcke produzieren zunehmend weniger Sexualhormone, insbesondere Östrogen und Progesteron.

Diese Hormone beeinflussen nicht nur unseren Zyklus, sondern auch unsere Haut. Für die Haut ist vor allem der sinkende Östrogenspiegel von Bedeutung. Östrogen unterstützt verschiedene Prozesse, die unsere Haut straff, elastisch und gut durchfeuchtet halten.

Die Haut verliert Kollagen und Spannkraft

Östrogen beeinflusst unter anderem unsere Fibroblasten. Das sind Zellen im Bindegewebe der Haut, die wichtige Strukturstoffe wie Kollagen produzieren. Kollagen kannst du dir vereinfacht als eine Art Stützgerüst unserer Haut vorstellen. Es sorgt dafür, dass sie fest und straff bleibt.

Sinkt unser Östrogenspiegel, nimmt auch der Kollagengehalt der Haut ab. Studien zufolge kann die Haut innerhalb der ersten fünf Jahre nach der Menopause bis zu etwa 30 % ihres Kollagens verlieren. Die Haut wird dünner, verliert an Spannkraft und Falten können deutlicher sichtbar werden. [1]

Die Haut wird trockener

Östrogen beeinflusst außerdem, wie gut unsere Haut Feuchtigkeit speichern kann. Unter anderem spielt dabei die hauteigene Hyaluronsäure eine Rolle, die Wasser in der Haut bindet und sie dadurch praller erscheinen lässt.

Mit dem sinkenden Östrogenspiegel nimmt häufig auch der Feuchtigkeitsgehalt der Haut ab. Gleichzeitig können sich die Talgproduktion und die natürlichen Hautfette verändern. Die Haut fühlt sich dadurch häufiger trocken, rau oder gespannt an. [1]

Die Hautbarriere wird empfindlicher

Auch unsere natürliche Hautbarriere verändert sich. Du kannst sie dir wie eine Mauer vorstellen: Die Hornzellen der obersten Hautschicht – der Epidermis – bilden die Backsteine. Dazwischen liegen hauteigene Fette wie Ceramide und Cholesterin, die als Lipidmörtel alles zusammenhalten. Diese Schutzschicht sorgt dafür, dass Feuchtigkeit lange in der Haut bleibt und schützt sie gleichzeitig vor äußeren Reizen.

Während und nach den Wechseljahren verändert sich auch die Zusammensetzung dieser Hautfette. In einer Studie enthielt die Haut von Frauen nach der Menopause weniger Ceramide als die von Frauen vor der Menopause. Ceramide sind besonders wichtig für eine stabile Hautbarriere und die Feuchtigkeitsbindung. [2]

Hinzu kommt, dass sich unsere Haut mit zunehmendem Alter langsamer regeneriert. Auch der sinkende Östrogenspiegel spielt dabei eine Rolle, denn Östrogen beeinflusst die Erneuerung der Hautzellen und verschiedene Reparaturprozesse. Untersuchungen zeigen beispielsweise eine verlangsamte Wundheilung bei Östrogenmangel. Irritationen können deshalb länger brauchen, um wieder abzuklingen. [3]

Warum können in den Wechseljahren trotzdem Pickel entstehen?

Obwohl viele Frauen trockenere Haut bekommen, können bei anderen plötzlich wieder Unreinheiten auftreten. 
Auch hier spielt die hormonelle Umstellung eine Rolle. Während Östrogen deutlich abnimmt, verändert sich das Verhältnis zu den männlichen Sexualhormonen, den sogenannten Androgenen. Dazu gehört beispielsweise Testosteron. Androgene können dadurch relativ stärker ins Gewicht fallen und bei manchen Frauen Unreinheiten oder fettigere Haut begünstigen. [4]

Deshalb gibt es nicht die eine typische Wechseljahreshaut. Manche Frauen bekommen sehr trockene und empfindliche Haut, andere kämpfen mit Unreinheiten und wieder andere bemerken kaum Veränderungen.

Welche Hautveränderungen können in den Wechseljahren auftreten?

Durch das Zusammenspiel aus hormoneller Umstellung und natürlicher Hautalterung können ganz unterschiedliche Veränderungen auftreten:

Trockene und empfindliche Haut: Die Haut kann weniger Feuchtigkeit speichern und weniger Talg produzieren. Spannungsgefühle, Schuppung, Juckreiz und eine erhöhte Empfindlichkeit können die Folge sein. [1]

Schlaffere Haut und Falten: Durch den Verlust von Kollagen und Veränderungen der Hautstruktur nimmt die Spannkraft ab. Falten und weniger straffe Gesichtskonturen werden sichtbarer. [1]

Unreinheiten und fettigere Haut: Das veränderte Verhältnis der Sexualhormone kann bei manchen Frauen Unreinheiten begünstigen. [4]

Rosazea und Rötungen: Der Zusammenhang zwischen Menopause und Rosazea ist nicht eindeutig. Hitzewallungen und das damit verbundene starke Erröten des Gesichts können bestehende Rosazea Beschwerden jedoch verstärken. [4]

Neurodermitis und Juckreiz: Trockene und empfindliche Haut kann bestehende Hautprobleme zusätzlich erschweren. Starke oder neu auftretende Beschwerden sollten dermatologisch abgeklärt werden.

Pigmentflecken: Mit zunehmendem Alter werden auch die Folgen der über Jahre angesammelten UV Belastung sichtbarer. Hormonelle Veränderungen können die Pigmentierung ebenfalls beeinflussen. [4]

Warum deine bisherige Hautpflege plötzlich nicht mehr funktioniert

Wenn die Haut weniger Feuchtigkeit speichern kann, sich ihre Lipidversorgung verändert, sie empfindlicher wird und sich langsamer regeneriert, verändern sich auch ihre Ansprüche an Pflegeprodukte.

Eine Creme mit herkömmlichen Emulgatoren, die vorher problemlos vertragen wurde, kann die zunehmend empfindliche Haut zusätzlich belasten. Eine Untersuchung zeigt, dass Emulgatoren sich in der Hornschicht anreichern können und sich dort an hauteigene Lipide binden. Beim Kontakt mit Wasser werden diese hauteigenen Lipide aus der Haut ausgewaschen. [5] Dieser sogenannte „Auswascheffekt“ schwächt die Schutzfunktion der Hautbarriere zusätzlich.

Eine schäumende Reinigung, die vorher gut vertragen wurde, verursacht auf einmal Spannungsgefühle. Gleichzeitig kann der Versuch, Falten mit aggressiven Wirkstoffen wie Retinol oder hoch konzentrierten Säuren zu behandeln, die ohnehin empfindlichere Haut zusätzlich reizen. Gerade wenn die natürliche Hautbarriere geschwächt ist und ihre Regeneration langsamer abläuft, sollte Anti Aging deshalb nicht auf Kosten einer gesunden Hautbarriere gehen. Deshalb sollte sich deine Hautpflege nicht allein nach deinem Alter richten, sondern nach dem aktuellen Zustand deiner Haut. Eine Frau mit 55 kann weiterhin eine eher fettige oder unreine Haut haben, während eine andere im gleichen Alter unter ausgeprägter Trockenheit leidet. Entsprechend unterschiedlich sollte auch die Pflege aussehen.

Anti-Aging Wirkstoffe und Hautbarriere

Nachlassende Spannkraft und Hautalterung in den Wechseljahren

Wenn die Haut an Kollagen und Spannkraft verliert, scheint es zunächst naheliegend, besonders intensive Anti Aging Wirkstoffe einzusetzen. Gerade in den Wechseljahren ist es jedoch wichtig, die Hautbarriere zu stärken. Ist die Hautbarriere geschwächt, verliert die Haut leichter Feuchtigkeit und ist schlechter vor äußeren Einflüssen geschützt. Falten werden schneller sichtbar.

Aus diesem Grund sehen wir Retinoide besonders kritisch: Zwar können sie Falten kurzfristig reduzieren. Gleichzeitig können sie aber genau die Hautprobleme verstärken, mit denen viele Frauen in den Wechseljahren ohnehin zu kämpfen haben: Trockenheit, Rötungen, Brennen, Schuppung und eine gereizte Hautbarriere. [6] Gerade weil die Haut durch den sinkenden Östrogenspiegel trockener, empfindlicher und weniger regenerationsfähig wird, ist es nicht sinnvoll, sie regelmäßig durch aggressive Wirkstoffe wie Retinoide zu reizen.

Eine sanftere Alternative ist Bakuchiol. Der pflanzliche Wirkstoff kann ebenfalls Zeichen der Hautalterung wie Falten und Pigmentflecken verbessern. Er wird dabei aber deutlich besser vertragen und greift die Hautbarriere nicht an. In einer Studie zeigten Bakuchiol und Retinol vergleichbare Verbesserungen bei Falten und Hyperpigmentierung. Bei Retinol traten jedoch häufiger Schuppung und Hautbrennen auf. [7]

Für uns bedeutet gesunde Hautalterung deshalb nicht, Falten um jeden Preis zu reduzieren. Viel wichtiger ist es, die Haut langfristig gesund und widerstandsfähig zu halten, ihre natürliche Hautbarriere zu stärken und ihre Regeneration zu unterstützen.

Was braucht die Haut in den Wechseljahren?

1. Milde Reinigung

Je trockener und empfindlicher die Haut wird, desto wichtiger ist eine sanfte Reinigung. Sie sollte Schmutz, Talg, Make up und Sonnenschutz entfernen, ohne die Haut unnötig stark zu entfetten. Aggressive Tenside, häufiges Waschen und sehr heißes Wasser können trockene und empfindliche Haut zusätzlich belasten. Daher empfehlen wir nur bei öliger Haut ein mildes Reinigungsgel, ansonsten unsere emulgatorfreien, tensidfreien Reinigungscremes.

2. Feuchtigkeit

Feuchtigkeitsbindende Wirkstoffe helfen der Haut dabei, Wasser zu speichern. Dazu gehören beispielsweise Glycerin, Hyaluronsäure und Beta Glucan. Gerade wenn die Haut während der Wechseljahre zunehmend trocken und weniger prall erscheint, sollte eine gute Feuchtigkeitsversorgung fester Bestandteil der täglichen Pflege sein, zum Beispiel mit unserem Hyaluron Serum oder einem Peptidserum mit Hyaluron.

3. Kollagenbildung unterstützen

Mit dem sinkenden Östrogenspiegel nimmt auch der Kollagengehalt der Haut ab. Ergänzend zu einer barrierestärkenden Pflege können deshalb Wirkstoffe sinnvoll sein, die die körpereigene Kollagenbildung unterstützen.

Bakuchiol und Peptide sind dafür besonders interessant. Bakuchiol kann die Kollagenbildung anregen und gleichzeitig Pigmentflecken und Unreinheiten entgegenwirken. Unser Bio Bakuchiol Oil Serum kombiniert 1 % Bakuchiol mit pflegendem Squalan, Bio Traubenkernöl, Vitamin E und Astaxanthin. Unser Peptide Collagen Serum setzt dagegen auf einen 3,5 % Peptidkomplex aus biomimetischen Peptiden, ergänzt durch Parakresse, Haferpeptide und Hyaluronsäure. Es unterstützt gezielt die Kollagen und Elastinbildung und eignet sich als leichtes Serum für alle Hauttypen.

4. Hautlipide

Feuchtigkeit alleine reicht bei trockener Wechseljahreshaut häufig nicht aus. Die natürlichen Fette unserer Haut sind ein wichtiger Bestandteil der Hautbarriere. Eine geeignete Gesichtspflege sollte deshalb bei trockener und lipidärmerer Haut sowohl Feuchtigkeit als auch passende Lipide bzw. Fette bereitstellen.

5. Antioxidativer Schutz

Aufhellendes Brightening Vitamin Serum gegen Pigmentflecken und oxidative Zellschädigung mit Bakuchiol und Vitamin C

Durch UV Strahlung und andere äußere Belastungen entstehen in unserer Haut sogenannte freie Radikale. Diese können Zellen und wichtige Hautstrukturen schädigen. Auch der sinkende Östrogenspiegel wird mit einer geringeren Widerstandsfähigkeit gegenüber oxidativem Stress in Verbindung gebracht. [1]
Antioxidantien wie Vitamin C und verschiedene pflanzliche Wirkstoffe können helfen, freie Radikale zu neutralisieren.

6. UV Schutz

UV Strahlung fördert den Abbau von Kollagen und trägt langfristig zu Falten, nachlassender Spannkraft und Pigmentveränderungen bei. Konsequenter UV Schutz sollte deshalb auch während und nach den Wechseljahren fester Bestandteil der morgendlichen Gesichtspflege sein. [8] Unsere Sunshine Day Oils bieten einen natürlichen Lichtschutz ohne chemische Zusätze für den täglichen Einsatz. Bei intensiver Sonnenexposition empfiehlt zur Verstärkung ein mineralischer Sonnenschutz.

Gesichtspflege in den Wechseljahren: Warum die Hautbarriere jetzt besonders wichtig ist

Je trockener und empfindlicher die Haut wird und je langsamer ihre Regeneration abläuft, desto wichtiger wird eine intakte Hautbarriere.

Genau hier setzt unsere myrto Gesichtspflege an. Statt die Haut mit möglichst vielen intensiven Wirkstoffen zu konfrontieren, verfolgen wir einen reizreduzierten Ansatz, der ihre natürliche Schutzfunktion in den Mittelpunkt stellt.
Unsere Gesichtspflege verzichtet auf Alkohol, Duftstoffe und herkömmliche Emulgatoren.

Hautverwandte Lipidstrukturen statt herkömmlicher Emulgatoren

In unseren emulgatorfreien Membranstruktur Cremes verwenden wir pflanzliches Phosphatidylcholin. Das klingt zunächst kompliziert, ist aber ein Stoff, der essentieller Bestandteil menschlicher Zellmembranen ist.

Phosphatidylcholin besitzt eine lamellare Struktur. Das bedeutet vereinfacht, dass sich die Lipide in mehreren dünnen Schichten anordnen, ähnlich wie die Fette (Lipide) innerhalb unserer natürlichen Hautbarriere. In unseren Cremes nutzen wir diese hautverwandten Strukturen anstelle herkömmlicher Emulgatoren.

Ergänzend setzen wir natürliche Fruchtfasern aus Pektin ein. Sie halten die öligen und wässrigen Bestandteile unserer Cremes wie in einem feinen Gitternetz zusammen. Auf der Haut bildet Pektin einen dünnen, atmungsaktiven Film und unterstützt so die Feuchtigkeitsbindung.

Beta Glucan für Feuchtigkeit und empfindliche Haut

Ein weiterer wichtiger Bestandteil unserer Cremes ist Beta Glucan aus Hafer. Es besitzt feuchtigkeitsbindende und beruhigende Eigenschaften und unterstützt die natürliche Hautbarriere.
Gerade in den Wechseljahren lautet unser Ansatz deshalb nicht „mehr Wirkstoffe um jeden Preis“. Gezielte Wirkstoffe und emulgatorfreie Formulierungen unterstützen die natürlichen Schutz und Regenerationsfunktionen der Haut, statt sie zu schwächen.

Welche Gesichtspflege passt zu meinem Hauttyp?

Auch während der Wechseljahre gibt es nicht die eine richtige Gesichtspflege. Entscheidend ist, wie sich deine Haut tatsächlich verändert hat.

Trockene Haut

Bei trockener Haut mit Spannungsgefühl sollte die Pflege Feuchtigkeit und ausreichend Lipide kombinieren. Eine milde, tensidfreie Reinigung, ein feuchtigkeitsspendendes Serum wie ein Hyaluron Serum oder ein kollagenstimulierendes Peptide Serum und eine reichhaltigere Creme unterstützen die Haut in dieser Phase. 

Fettige Haut

Auch während der Wechseljahre kann die Haut fettig sein. Dann ist es nicht sinnvoll, allein aufgrund des Alters zu einer besonders reichhaltigen „Anti Aging Creme ab 50“ zu greifen. Eine leichtere, feuchtigkeitsspendende Pflege ist dann besser geeignet.

Unreine Haut

Treten vermehrt Unreinheiten auf, besteht häufig der Impuls, die Haut besonders gründlich zu reinigen und auszutrocknen. Gerade bei gleichzeitig empfindlicher werdender Haut belastet dies jedoch die Hautbarriere zusätzlich. Sinnvoller sind eine milde Reinigung, gezielte Wirkstoffe gegen Unreinheiten wie Copaiba oder Azelain und eine leichte, barrierestärkende Pflege.

Typische Hautpflegefehler in den Wechseljahren

Zu aggressive Reinigung: Stark entfettende Produkte mit aggressiven Tensiden können trockene und empfindliche Haut zusätzlich belasten.

Zu viele intensive Wirkstoffe: Retinoide, Säuren und andere hochaktive Wirkstoffe gleichzeitig einzusetzen, kann empfindliche Haut unnötig reizen.

Jede Haut ab 50 automatisch reichhaltig pflegen: Auch in den Wechseljahren gibt es Mischhaut, fettige und unreine Haut. Die Pflege sollte zum Hautzustand passen und nicht allein zum Alter.

Nur auf Feuchtigkeit setzen: Trockene Haut benötigt häufig nicht nur Feuchtigkeit, sondern auch eine ausreichende Lipidversorgung.

Irritation mit Wirksamkeit verwechseln: Brennen, starke Rötungen oder Schuppung sind kein notwendiger Beweis dafür, dass ein Produkt besonders effektiv wirkt. Gerade bei Retinoiden können solche Irritationen auch bei längerer Anwendung auftreten. Statt die Haut mit stark reizenden Wirkstoffen zusätzlich zu belasten, setzen wir auf hautschonendere Anti Aging Wirkstoffe wie Bakuchiol als pflanzliche Retinol Alternative oder Peptide zur Unterstützung der Kollagenbildung.

Fazit: In den Wechseljahren braucht deine Haut nicht unbedingt mehr Pflege, sondern mehr Barriereschutz

Der sinkende Östrogenspiegel verändert unsere Haut auf verschiedenen Ebenen. Sie kann an Kollagen und Spannkraft verlieren, trockener und empfindlicher werden und sich langsamer regenerieren. Gleichzeitig können bei manchen Frauen Unreinheiten oder eine fettigere Haut auftreten.

Die Antwort darauf ist nicht zwangsläufig eine möglichst umfangreiche Anti Aging Routine. Eine milde Reinigung, ausreichend Feuchtigkeit und Lipide, gezielt ausgewählte Wirkstoffe, antioxidativer Schutz und konsequenter UV Schutz bilden eine gute Grundlage.

Besondere Aufmerksamkeit verdient dabei die Hautbarriere. Denn gesunde Hautalterung bedeutet für uns nicht nur, Falten durch die Stimulation der Kollagenbildung zu reduzieren. Um der Hautalterung entgegenzuwirken, ist es noch wichtiger, den Feuchtigkeitsverlust durch die Haut zu minimieren, die Haut vor äußeren Reizen zu schützen und unnötige Irritationen zu vermeiden. Unsere emulgatorfreie Pflege setzt genau dort an: sie baut eine geschädigte Hautbarriere wieder auf und stärkt ihre Regenerationsfähigkeit.

Häufige Fragen zur Hautpflege in den Wechseljahren

Wie verändert sich die Haut in den Wechseljahren?
Durch den sinkenden Östrogenspiegel kann die Haut weniger Feuchtigkeit speichern, an Kollagen und Spannkraft verlieren und empfindlicher werden. Auch die Zusammensetzung wichtiger Hautlipide verändert sich und die Regeneration kann langsamer ablaufen. Gleichzeitig können manche Frauen in den Wechseljahren eine fettigere Haut oder vermehrt Unreinheiten entwickeln.
Warum wird die Haut in den Wechseljahren so trocken?
Östrogen beeinflusst die Feuchtigkeitsversorgung und verschiedene Bestandteile der Haut. Sinkt der Östrogenspiegel, kann die Haut weniger Feuchtigkeit speichern. Gleichzeitig können sich Talgproduktion und Hautlipide verändern. Dadurch fühlt sich die Haut häufiger trocken, rau oder gespannt an und reagiert empfindlicher auf äußere Reize.
Welche Hautpflege ist in den Wechseljahren am besten?
Die richtige Hautpflege in den Wechseljahren hängt vom individuellen Hautzustand ab. Eine gute Grundlage bilden eine milde Reinigung, ausreichend Feuchtigkeit, passende Hautlipide und emulgatorfreie, barrierestärkende Pflege. Bei nachlassender Spannkraft können Wirkstoffe wie Bakuchiol oder Peptide die Kollagenbildung unterstützen. Antioxidantien und UV Schutz ergänzen die tägliche Pflege.
Welche Creme eignet sich für trockene Haut in den Wechseljahren?
Bei trockener Haut in den Wechseljahren sollte eine Creme nicht nur Feuchtigkeit, sondern auch ausreichend Lipide bereitstellen und vor allem auf barriereschädigende Emulgatoren verzichten. Besonders sinnvoll ist eine emulgatorfreie, barrierestärkende Pflege mit hautverwandten Lipidstrukturen. Unsere emulgatorfreien Membranstruktur Cremes sind darauf ausgerichtet, die natürliche Hautbarriere und ihre Regenerationsfähigkeit zu unterstützen.
Warum bekomme ich in den Wechseljahren plötzlich Pickel?
Während der Wechseljahre sinkt insbesondere der Östrogenspiegel. Dadurch verändert sich das Verhältnis zu männlichen Sexualhormonen wie Testosteron. Diese sogenannten Androgene können relativ stärker ins Gewicht fallen und bei manchen Frauen eine fettigere Haut und Unreinheiten begünstigen.
Kann man in den Wechseljahren gleichzeitig trockene Haut und Pickel haben?
Ja. Auch eine trockene oder feuchtigkeitsarme Haut kann gleichzeitig zu Pickeln und Unreinheiten neigen. Deshalb sollte unreine Haut in den Wechseljahren nicht aggressiv ausgetrocknet werden. Sinnvoller sind eine milde Reinigung, gezielte Wirkstoffe wie Azelain oder Copaiba und eine leichte, emulgatorfreie Pflege.
Warum wird die Haut in den Wechseljahren empfindlicher?
Mit dem sinkenden Östrogenspiegel verändern sich Feuchtigkeitsgehalt, Hautlipide und Regenerationsprozesse. Auch der Gehalt wichtiger Ceramide kann nach der Menopause abnehmen. Dadurch wird die natürliche Hautbarriere anfälliger und Pflegeprodukte mit herkömmlichen Emulgatoren, die früher problemlos vertragen wurden, können plötzlich Spannungsgefühle, Rötungen oder Irritationen hervorrufen.
Wie kann ich die Hautbarriere in den Wechseljahren stärken?
Eine milde Reinigung, ausreichend Feuchtigkeit und eine emulgatorfreie Pflege sind wichtige Grundlagen für eine stabile Hautbarriere. Gleichzeitig sollten unnötige Irritationen durch aggressive Tenside oder stark reizende Wirkstoffe wie Retinoide vermieden werden. Barrierestärkende Pflege mit hautverwandten Lipidstrukturen, Phosphatidylcholin und beruhigenden Wirkstoffen wie Beta Glucan kann die Haut zusätzlich unterstützen.
Ist Retinol für die Haut in den Wechseljahren geeignet?
Kurzfristig scheint Retinol Falten zu reduzieren, gleichzeitig beeinträchtigt es jedoch die Schutzfunktion der Hautbarriere. Neben bekannten Nebenwirkungen wie Trockenheit, Schuppung, Juckreiz und Brennen greifen Retinoide in grundlegende Prozesse der Epidermis ein. Gerade in den Wechseljahren ist die Hautbarriere geschwächt und die Haut häufig bereits trockener, empfindlicher und regeneriert sich langsamer. Wir sehen Retinoide deshalb kritisch und bevorzugen hautschonendere Anti Aging Wirkstoffe.
Welche Alternative zu Retinol eignet sich in den Wechseljahren?
Bakuchiol ist eine pflanzliche Alternative zu Retinol. In einer vergleichenden Studie verbesserten sowohl Bakuchiol als auch Retinol Falten und Hyperpigmentierung. Unter Retinol traten jedoch häufiger Schuppung und Brennen auf. Auch Signalpeptide können eine sinnvolle Ergänzung sein, da sie die Kollagen und Elastinbildung unterstützen und damit Falten reduzieren können.
Was hilft gegen schlaffe Haut in den Wechseljahren?
Mit dem sinkenden Östrogenspiegel nimmt auch der Kollagengehalt der Haut ab. Wirkstoffe wie Bakuchiol und Peptide können die körpereigene Kollagenbildung unterstützen. Gleichzeitig sollte die Haut ausreichend mit Feuchtigkeit und Lipiden versorgt und vor übermäßiger UV Belastung geschützt werden.
Welche Wirkstoffe sind für die Haut in den Wechseljahren sinnvoll?
Je nach Hautzustand können unterschiedliche Wirkstoffe sinnvoll sein. Hyaluronsäure und Beta Glucan unterstützen die Feuchtigkeitsversorgung, Bakuchiol und Peptide die Kollagenbildung und Vitamin C sowie andere Antioxidantien helfen beim Schutz vor oxidativem Stress. Entscheidend ist dabei, die Hautbarriere nicht unnötig zu reizen.
Braucht die Haut ab 50 automatisch eine reichhaltige Anti Aging Creme?
Nein. Das Alter allein entscheidet nicht darüber, welche Creme die richtige ist. Auch Frauen über 50 können weiterhin Mischhaut, fettige oder unreine Haut haben. Die Gesichtspflege sollte deshalb zum tatsächlichen Hautzustand passen. Trockene Haut benötigt meist mehr Lipide, während eine fettigere Haut häufig mit einer leichteren Pflege besser zurechtkommt.

Quellen

[1] Rzepecki AK, Murase JE, Juran R, Fabi SG, McLellan BN. Estrogen deficient skin: The role of topical therapy. International Journal of Women's Dermatology. 2019;5(2):85–90. doi: 10.1016/j.ijwd.2019.01.001.

[2] Kendall AC et al. Menopause induces changes to the stratum corneum ceramide profile, which are prevented by hormone replacement therapy. Scientific Reports. 2022;12:21715. doi: 10.1038/s41598-022-26095-0.

[3] Thornton MJ. Estrogens and aging skin. Dermato Endocrinology. 2013;5(2):264–270. doi: 10.4161/derm.23872.

[4] Roster K et al. Menopause and Common Dermatoses: A Systematic Review. American Journal of Clinical Dermatology. 2026;27(1):67–84. doi: 10.1007/s40257-025-00994-0.

[5] Keck CM et al. Interaction of epicutaneously applied lipids with stratum corneum depends on the presence of either emulsifiers or hydrogenated phosphatidylcholine. Skin Pharmacology and Physiology. 2010;23(6):298–305. PMID: 20523109.

[6] Sitohang IBS et al. Topical tretinoin for treating photoaging: A systematic review of randomized controlled trials. International Journal of Women's Dermatology. 2022;8(1).

[7] Dhaliwal S et al. Prospective, randomized, double-blind assessment of topical bakuchiol and retinol for facial photoageing. British Journal of Dermatology. 2019;180(2):289–296. doi: 10.1111/bjd.16918.

[8] Quan T et al. Matrix degrading metalloproteinases in photoaging. Journal of Investigative Dermatology Symposium Proceedings. 2009;14(1):20–24.

Mehr lesen

Retinol schädlich? Was der Anti Aging Hype verschweigt
Hautpflege & Tipps

Retinol schädlich? Was der Anti Aging Hype verschweigt

Retinol gilt als einer der wirksamsten und am besten erforschten Anti-Aging-Wirkstoffe gegen Falten, Pigmentflecken und lichtbedingte Hautalterung. Doch diese Wirkung hat eine problematische Kehrse...

Weiterlesen