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Artikel: Milien entfernen & vorbeugen – Ursachen und richtige Hautpflege

Milien entfernen & vorbeugen – Ursachen und richtige Hautpflege
Hautpflege & Tipps

Milien entfernen & vorbeugen – Ursachen und richtige Hautpflege

Milien Ursachen und Pflege | Myrto Naturkosmetik

Milien, auch als Grießkörner bekannt, gehören zu den häufigsten kleinen Hautveränderungen im Gesicht. Die winzigen weißen Knötchen treten besonders häufig rund um die Augen, an den Wangen oder an den Schläfen auf. Obwohl sie medizinisch völlig harmlos sind, werden sie von vielen Menschen als ästhetisch störend empfunden.

Viele Betroffene fragen sich deshalb, woher Milien eigentlich kommen und welche Hautpflege wirklich hilft. In diesem Artikel erfährst du, was Milien genau sind, wie sie entstehen und welche Pflegeroutine sinnvoll sein kann, um sie langfristig zu reduzieren.


Was sind Milien und wie sehen sie aus?

Milien, auch als Grießkörner bezeichnet, sind kleine, weißliche bis gelbliche Knötchen, die sich direkt unter der Hautoberfläche zeigen. Besonders häufig treten sie rund um die Augen, an den Wangen oder an den Schläfen auf, gelegentlich auch an anderen Gesichtspartien. Medizinisch gelten Milien als harmlos. Sie sind weder entzündet noch schmerzhaft oder juckend, werden jedoch oft als ästhetisch störend empfunden.

Im Gegensatz zu sogenannten Whiteheads handelt es sich bei Milien nicht um verstopfte Poren, die mit Talg und Bakterien gefüllt sind, sondern um kleine, unter der Haut liegende Keratinansammlungen. Sie entstehen, wenn abgestorbene Hautzellen nicht regulär abgestoßen werden, sondern unter der obersten Hautschicht eingeschlossen bleiben. Ursache ist eine Störung des natürlichen Abschuppungsprozesses. Statt sich von der Oberfläche zu lösen, sammeln sich die verhornten Zellen an und bilden eine kleine, feste, mit Keratin gefüllte Zyste.

Primäre und sekundäre Milien: Was ist der Unterschied?

Primäre Milien entstehen in jedem Alter spontan und ohne direkt erkennbaren Grund. Typischerweise treten sie bei Neugeborenen oder jungen Erwachsenen auf. So treten sie etwa bei 50 % der Neugeborenen auf.

Sekundäre Milien entstehen anders als primäre Milien nicht spontan. Ihnen geht eine gezielte Hautschädigung voraus, wie starker Sonnenbrand oder andere entzündliche oder blasenbildende Prozesse. Histologisch handelt es sich um kleine, mit konzentrisch geschichteten Hornlamellen gefüllte Hohlräume, die von einer dünnen Epithelschicht ausgekleidet sind.

Wie entstehen Milien?

Milien entstehen nicht, weil die Haut „schmutzig“ ist oder nicht gründlich genug gereinigt wird. Sie entwickeln sich vor allem dann, wenn die natürliche Abschuppung aus dem Gleichgewicht gerät, die Hautbarriere geschwächt ist und die natürliche Hauterneuerung aus dem Gleichgewicht gerät. Lösen sich abgestorbene Hautzellen nicht mehr gleichmäßig von der Oberfläche, kann Keratin unter der Haut eingeschlossen werden und es bilden sich kleine Retentionszysten. Die Entstehungsursache lässt sich jedoch nicht immer eindeutig erklären und mögliche Ursachen sind vielseitig:

1. Barrierschwächende Hautpflege und überpflegte Haut

Ein häufiger, aber oft unterschätzter Auslöser ist ungeeignete Hautpflege, insbesondere Produkte mit klassischen Emulgatoren. Emulgatoren verbinden Öl und Wasser in Cremes, können jedoch auf der Haut weiterwirken und dabei hauteigene Lipide aus der schützenden Barriere lösen. Wird die Lipidstruktur langfristig geschwächt, verlangsamt sich auch die natürliche Abschuppung.

Abgestorbene Zellen lösen sich nicht mehr gleichmäßig, Keratin kann leichter eingeschlossen werden.

Zusätzlich können stark okklusive oder komedogene Produkte, sehr reichhaltige Augencremes, schwere Nachtpflege oder eine insgesamt überpflegte Haut die Oberfläche dauerhaft abdichten. Gerade im sensiblen Augenbereich reagiert die dünne Haut besonders schnell auf eine instabile Barriere.

2. Genetische Veranlagung und hormonelle Einflüsse

Manche Menschen neigen von Natur aus zu einer dichteren Hornschicht oder einer langsameren Abschuppung. Auch hormonelle Schwankungen, etwa in der Pubertät, während des Zyklus oder nach dem Absetzen hormoneller Verhütung, können die Verhornung beeinflussen. Die Haut erneuert sich dann ungleichmäßiger, was die Bildung von Milien begünstigen kann.

3. Hautalterung

Mit zunehmendem Alter verlangsamt sich die Zellerneuerung. Gleichzeitig wird die Hautbarriere oft instabiler. Abgestorbene Zellen werden nicht mehr so effizient abgestoßen, wodurch sich Keratin leichter ansammeln kann. Das Hautbild wirkt insgesamt unruhiger und anfälliger für kleine Zysten.

4. Hormonelle Einflüsse

Hormonelle Schwankungen, etwa in der Pubertät, während des Zyklus, in der Schwangerschaft oder nach dem Absetzen hormoneller Verhütung, können die Verhornung beeinflussen. Auch wenn Milien nicht talgbedingt sind, kann eine veränderte Hautphysiologie ihre Entstehung begünstigen.

Milien entfernen: Was tun, wenn sie nicht von selbst verschwinden?

Mit etwas Glück heilen die lästigen Hubbel von alleine ab, was gerade bei Neugeborenen oft der Fall ist. Von einer erfahreren Kosmetikerin oder einem Dermatologen werden Milien unter lokaler Betäubung kurz mit einem Skalpell angeritzt oder gelasert und anschließend entfernt, wobei die Wunde als kleiner roter Punkt meist problemlos verheilt.

Sowohl primäre als auch sekundäre Milien müssen allerdings keineswegs unbedingt operativ entfernt werden. Mit der richtigen Hautpflege verschwinden sie in der Regel von selbst.

Milien sollten keinesfalls selbst ausgedrückt werden. Anders als bei einem Pickel gibt es keine Öffnung zur Hautoberfläche. Manipulation kann zu Entzündungen, Infektionen oder dauerhafter Narbenbildung führen.

Welche Hautpflege hilft bei Milien?

Bei Milien gibt es leider keine pauschale Lösung. Entscheidend ist nicht nur, dass sie da sind, sondern zu verstehen, warum sie entstehen. Bei Milien, die wegen überpflegter Haut oder einer verlangsamten Hauterneuerung entstehen, kann die passende Pflege helfen, die lästigen Keratinansammlungen wieder loswerden und die Haut ins Gleichgewicht zu bringen.

Die richtige Pflege bei überpflegter Haut mit Milien

Wenn du viele Produkte layerst, regelmäßig neue Wirkstoffe ausprobierst oder sehr reichhaltige Pflege verwendest, kann die Haut schnell überfordert sein. Sie wirkt dann leicht belegt, vielleicht glänzend, aber gleichzeitig unruhig. In solchen Fällen entstehen Milien nicht aus einem Mangel, sondern aus einem Zuviel. Die natürliche Abschuppung gerät aus dem Gleichgewicht, weil die Haut unter okklusiven Schichten, zu vielen Aktivstoffen oder dauerhafter Reizung nicht mehr regulär arbeiten kann.

Hier hilft nicht mehr Pflege, sondern weniger.

Es ist sinnvoll, die Routine für zwei bis vier Wochen bewusst zu vereinfachen. Pausiere Aktivstoffe wie Bakuchiol oder Niacinamid vorübergehend, auch wenn sie grundsätzlich gute Wirkstoffe sind. In einer überpflegten Phase überfordern sie die Haut zusätzlich, obwohl sie eigentlich helfen sollen.

Abends sollte die Haut dennoch gründlich, aber sanft gereinigt werden. Gerade wenn du Sonnenschutz oder Make up trägst, ist Double Cleansing sinnvoll, weil Rückstände die Oberfläche zusätzlich abdichten. Zuerst löst ein Reinigungsöl fettlösliche Rückstände wie SPF und reichhaltige Pflege. Anschließend entfernt ein mildes Gel alle Emulsionsreste, sodass kein okklusiver Film auf deiner Haut bleibt.

Danach empfiehlt sich eine unserer leichten, barrierestärkenden DMS-Cremes. Ziel ist nicht, möglichst viel Lipide bzw. Fette aufzutragen, sondern die Hautstruktur zu stabilisieren, ohne sie weiter zu belasten. Emulgatorfreie, lamellare Cremes unterstützen die Lipidstruktur der Hautbarriere und helfen ihr, sich zu regenerieren.

AHA und BHA Peelings gegen Milien

Wenn du eher minimalistisch pflegst und deine Haut weder „zugekleistert“ noch stark glänzend wirkt, liegt das Problem meist in einem verlangsamten oder ungleichmäßigen Erneuerungsprozess der Haut. Keratinhaltige tote Hautzellen werden nicht ausreichend abgestoßen, sondern sie bleiben unter der Oberfläche eingeschlossen und es bilden sich kleine, feste perlenartige Knötchen bzw. Zysten.

In diesem Fall macht es Sinn, die Hauterneuerung gezielt und gleichzeitig schonend zu unterstützen.

Eine milde, regelmäßige chemische Exfoliation bzw. ein chemisches Peling hilft, die Abschuppung zu normalisieren. Bei eher trockener oder verdickter Haut ist unser sanftes AHA Peeling sinnvoll, weil es die Oberfläche glättet und die Hornschicht reguliert. Wenn deine Haut zusätzlich verstopfte Poren oder Mitesser hat, ist ein BHA Peeling sinnvoller, da es fettlöslich ist und tiefer in die Poren eindringt.

myrto BHA-und-AHA-Gesichtspeeling

Azelain und Niacinamide gegen Milien

Ergänzend ist unser Azelain Serum eine optimale Ergänzung, weil es die Verhornung reguliert, gleichzeitig beruhigt und das Hautbild ausgleicht. Das Niacinamid Serum unterstützt zusätzlich, indem es die Barriere stärkt und die Hauterneuerung verbessert.

Double Cleansing als Tiefenreinigung

Auch hier ist Double Cleansing – bestehend aus unserem Deep Cleansing Oil und Deep Cleansing Gel – abends sinnvoll, insbesondere wenn du regelmäßig Sonnenschutz verwendest.

Double Cleansing bei Rosacea: Falls deine Haut zu Rosacea neigt, solltest du Double Cleansing nicht zu häufig durchführen und darauf achten, möglichst wenig Druck und Reibung auf die Haut auszuüben.

Emulgatorfreie Gesichtscreme zur Regeneration der Hautbarriere

Im Anschluss sollte die Pflege immer die Hautbarriere unterstützen und nicht zusätzlich belasten. Unsere emulgatorfreien DMS-Cremes stabilisieren die Hautstruktur, sodass sich die Haut wieder gleichmäßiger erneuern kann. Eine ausgeglichene Hautbarriere ist die wichtigste Voraussetzung, um Milien langfristig loszuwerden.

❓ Häufige Fragen zu Milien

Kann ich Milien selbst ausdrücken oder entfernen?

Nein. Milien sollten keinesfalls selbst ausgedrückt oder aufgekratzt werden. Anders als bei Pickeln gibt es keine Öffnung zur Hautoberfläche. Manipulation kann Entzündungen, Infektionen oder Narbenbildung verursachen.

Wie lange bleiben Milien auf der Haut?

Das ist unterschiedlich. Bei Neugeborenen verschwinden Milien in der Regel von selbst. Bei Erwachsenen können sie länger bestehen. Sie lassen sich entweder kosmetisch entfernen, bilden sich aber häufig mit der richtigen, hautbarrierestärkenden Pflege und einer sanften Unterstützung der Abschuppung zurück.

Was ist der Unterschied zwischen Milien und Whiteheads?

Whiteheads sind verstopfte Poren, die mit Talg und Bakterien enthalten. Milien sind hingegen kleine, unter der Haut liegende Keratinansammlungen und nicht entzündet. Deshalb lassen sie sich auch nicht wie ein Mitesser ausdrücken.

Helfen Peelings gegen Milien?

Milde, regelmäßige chemische Peelings helfen, die natürliche Abschuppung zu normalisieren. Bei eher trockener oder verdickter Haut eignet sich AHA, bei verstopften Poren oder Mitessern unser BHA Peeling. Wichtig ist, die Haut nicht zu überreizen.

Kann Rosacea Milien begünstigen?

Bei Rosacea ist die Hautbarriere besonders empfindlich und reaktiv. Eine instabile Barriere kann die Abschuppung aus dem Gleichgewicht bringen und damit Milien begünstigen. Wichtig ist dann eine besonders sanfte Routine ohne zu häufiges Peelen und ohne starke Reibung, auch beim Double Cleansing.

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